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Texte / Wirtschaft

Hoteldirektor Konrad Popp geht nach Wien

Binz. (ostSeh) Der Hoteldirektor des Binzer TC-Kurhauses, Konrad Popp (53), geht zum 1. November ans Grand Hotel in Wien. Dies bestätigte Popp auf ostSeh-Nachfrage. " Es ist wie ein Sechser im Lotto. Zumal mich einige Abteilungsleiter dort mit ins Spiel gebracht haben und ein derartiger Ruf viel wiegt", äußerte sich Popp, der am Montag die Belegschaft über seine Entscheidung informiert hatte. Somit geht der im September 2005 angetretene Hotelmanager nach einem Jahr schon wieder. Er habe jedoch nicht aktiv gesucht, sagt Popp auch, und dass er gerne auch länger geblieben wäre. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.
Auf Rügen ist es der zehnte Wechsel eines Direktors in diesem Jahr.

Noch vergangene Woche verursachte die Nachfrage nach dem Weggang des Hoteldirektors helle Aufregung in der Travel-Charme-Zentrale in Berlin. Selbst Geschäftsführer Giuliano Guerra, der einen Turn Around" nach zwei Jahren in seinen Häusern befürwortet und daher kurze Verträge abschließt, war von einer längeren Zusammenarbeit ausgegangen. "Da steht wohl Angebot gegen Angebot. Letztlich entscheiden muss sich jedoch Herr Popp", so Guerra noch am Freitag, verbunden mit dem Wunsch, dass Popp bliebe.
Dass das Nobelhotel in Binz, eben als erstes im Land vom DEHOGA mit fünf Sternen Superior ausgezeichnet, dennoch Probleme vor allem mit dem Kurhaussaal hat, wollte Guerra nicht ganz bestreiten. "Familie Schmidt hat das damals auf enormen Druck des Bürgermeisters und des Landes mit der Renovierung durchgezogen, weil es seitens der Kommune immer geheißen hat, im Paket oder gar nicht", erzählte Guerra zur Geschichte des Saales. Zwischenzeitlich wird dieser nicht mehr wie zu Anfang als Varietée betrieben und auch die Saalmanagerin Angela Brüggemann ist weg. Guerra: "Ich wusste von Anfang an, dass das nicht funktionieren wird und habe mir das auch absichern lassen. Da ist so viel Geld reingestopft worden, bis ich empfahl, die Kiste zu zu machen." 500000 Euro im Jahr würden nun alleine dadurch eingespart, so Guerra, der die reinen Kosten für den Saal beim Umlegen der ersten drei Schalter für Lüftung, Brandschutz und Licht auf 350 Euro die Stunde beziffert. "Die angebliche Nachfrage nach einem großen Saal auf Rügen haben wir so nicht verspürt, obwohl das jetzt die Selbstkosten sind. Es steht jedem weiterhin frei, den Saal zu buchen", so Guerra.

Konrad Popp sieht das Haus nun so aufgestellt, dass es keine Probleme mehr haben dürfte. "Incentives und Tagungen haben sich als Konzept für den Saal sehr bewährt", sagt Popp.
Rügen wünscht er, dass die Werbung professioneller wird und mehr Visionen im Katalog statt kleiner Pensionen transportiert würden. "Viele meiner Österreichischen Gäste haben die Emotionen zu Rügen erst hier erfahren. Im Katalog kommt davon nichts rüber. Daran und an Visionen sollte gearbeitet werden."

© ostSeh 2006 / küstermann

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