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Texte / Wirtschaft

Abenteuer auf Inselkreuzfahrt

Sassnitz. (ostSeh) Es galt und gilt noch als Geheimtipp. Doch die Zahlen sprechen für sich. "128 Passagiere kann die Fähre "Vilnius" zusätzlich zu Waggons und Lkw nach Litauen transportieren. Rund 5800 Passagiere haben das in diesem Jahr bereits ausgenutzt. Immer dabei auch eine erkleckliche Anzahl von Fahrrädern." Eine kleine Sensation. Hafenchef Harm Sievers steht im Salon der Fähre und begrüßt mit dieser beeindruckenden Nachricht eine illustre Schar von Gästen auf dem RoRo-Schiff. "Ursprünglich hatten wir mal mit 1700 Passagieren gerechnet."

Neben politischen Repräsentanten wie Bürgermeister Dieter Holtz, Landrätin Kerstin Kassner und Kreistagspräsidentin Giesela Lemke interessierten sich vor allem Touristiker und Hotelvertreter für das Angebot, das Marketing-Manager Arvydas Skuodas von DFDS Lisco unterbreitet. "Sie haben mit uns die Möglichkeit, eine Kurzkreuzfahrt in ein anderes Land zu machen und bei guten Anschlusszeiten hier wie dort weiter zu kommen." Immer gegen 10 Uhr jeweils erreiche die Fähre ihr Ziel, sodass sowohl Programm als auch Zuganschlüsse im Kurztripp gut eingetaktet werden könnten.

Manche erinnerten sich: "Die "Vilnius", heute Teil von insgesamt fünf Schiffen der Lisco-Flotte, wurde 1987 für die dauerhafte Transportverbindung für Fracht zwischen Sassnitz und Klaipeda gebaut. Mit ihrer Länge von 190,93 Meter und 22341 BRZ läuft sie 16 Knoten. Zwar differieren die Angaben zur Anzahl der Passagierplätze, aber rund 130 stimmt sicher.

"Wir sind stolz, vom Pullmannsitz bis zur Luxuskabine alles anbieten zu können", sagt Skuodas bei Vorstellung des Programms Island Cruising, zu Deutsch Inselkreuzfahrt, bei dem in 18 Stunden bequem, notfalls auch in schnellen 16 Stunden Litauen und bei Erfolg auch Russland als Zwischenstopp erreicht werden kann.

Dabei horchen die Vertreter größerer Hotels schon auf. Immerhin ein attraktives Angebot für Arrangements. Skuodas sieht jedoch weitere Aspekte: "Die Menschen bei uns sind viel und weit gereist. Doch nun geht der Trend zu Kurzreisen oder Wochenendaktivitäten. Dafür fehlen in Litauen aber noch die Angebote wie Spaßbäder oder Freizeitparks. Was ich bei ihnen erkundet habe, ist für uns sehr interessant." Das Hinterland bis Berlin sei dabei nicht ganz unerheblich, ergänzt Sievers und man ist sich einig, dass langfristig der Abfahrtsort nicht zwingend der Zielort der Rückfahrt sein müsse.

Tourismus in Litauen zeigt sich gut aufgestellt. Nicht erst seit gestern. Das dokumentieren mehrsprachige Karten der Stadt Klaipeda und Umgebung in bestem Deutsch und Englisch an Bord des Schiffes. "Erfahrungen mit nahezu immer fast 20 Radtouristen an Bord konnten wir diese Saison auch schon sammeln", sagt Skuodas und Kapitän Albert Asosov an seiner Seite bestätigt das. Umgangsprache an Bord: Englisch.

Die Karten weisen auch auf die Radfahrer als Zielgruppe hin. Detailliert zeigen sie Fahrradwege und Regeln auf. Der Kurztripp nach Klaipeda - eine interessante Alternative. Und dank ISPS-Sicherheit liegt das Zimmer mit Fahrrad am Abend wunderbar gesichert an Bord.

Beim Sassnitzer Reiseführer Klaus Dieter Anduleit jedenfalls kommt die Botschaft an. Das anschließende "come together" im Restaurant nutzt er für Fragen nach Rahmenbedingungen. "Ausprobieren würde ich das gerne. In Form eines eigenen Angebotes zwischen Rügen und Klaipeda."

© ostSeh 2006 / ANDREAS KÜSTERMANN

Info: Die Abfahrt jeweils Dienstag, Donnerstag und Sonnabend ist um 16 Uhr in Sassnitz. Mittwoch, Freitag und Sonntag in Klaipeda. Das Check-in schließt eine Stunde vor Abfahrt.
Der durchschnittliche und nach drei Saisonarten und Komfort gestaffelte Preis einer Passage beträgt vom Pullmannsitz für 41 Euro im Winter (51 Sommer) bis zur Komfortkabine im Winter bei 177 Euro (Sommer 240 Euro)
Kleinere Zuschläge oder Ermäßigungen nicht berücksichtigt. Ein Fahrrad beispielsweise sechs Euro, ein Haustier zehn Euro KÜMA

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