leer

ostSeh redaktionsbureau & verlag
sehen und schreiben - bild und text

ostseh redaktionsbureau & verlag

andreas küstermann
18569 g i n g s t / rügen - teschvitz 4
fon 03 83 05 / 600 13 - fax 03 83 05 / 600 14 - funk 0171 / 525 40 76 - kuema@ostseh.de

leer
leer
leer

 

Texte / Wirtschaft

Der Strand trennt die Meinungen

Glowe (ostSeh) Sie kamen aus vielen Himmelsrichtungen nach Glowe. Wie Volker, ein Tierbefreier, der am Abend zuvor in Marburg losgefahren war. "Eigens für diese Aktion gegen das Delfinarium, richtig. Das hat einen hohen Stellenwert für mich", antwortet er auf erstauntes Nachfragen. Die Umweltverbände NABU und BUND, namentlich Marlies Preller und Hendrik Fulda ließen sich nochmals mit rund 15 anderen vor Ort briefen. Ebenso Grüne als auch zwei Urlaubsrangerinnen von Göhren: Melanie Schröder und Katharina Grund von den AVR Ferienanlagen. Sie exponierten sich, antwortet Katharina auf Nachfragen, weil "...unser Projekt so ausgelegt ist, dass Touristen für die Natur sensibilisert werden. Eine Kombination aus Tourismus und Natur. Das Delfinarium geht diesem Konzept so sehr entgegen, das sich unser Tourismusunternehmen für die Branche positionieren will."

Wissenschaftler Karsten Brensing, von der Meeressäugerorganisation WDCS, brieft die Teilnehmer: "Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 60 Millionen Euro und dem Versprechen von 280 Arbeitsplätzen bewirbt sich die Gruppe. Delfinunterstützte Therapie lautet das Zauberwort. Was mit Pferden ebenso wenn nicht besser ginge. Ein Appartementhaus, ein Robbinarium und Serviceeinrichtungen ergäben für diesen Abschnitt Investitionen von 16 Millionen Euro. Teil dessen ein Amphitheater mit 1500 Sitzplätzen für Tages- und Abendveranstaltungen... Wem das zu viel ist, schickt die Leute zu mir."

Henrik Fulda bekommt gleich die Unterschrift von einem gebürtigen Glower, heute Münchner. "Die sollen was Typisches machen, Meinetwegen ein frühzeitliches Dorf, das in die Gegend passt", sagt Kay Eissner (41) und damit genau die Altergruppe für DelphiMar.

Einige Berliner Schönheiten zu Katharina: "Wir haben Glowe wegen der idyllischen Lage im Internet ausgesucht. Mit Delfinarium wäre das doch vorbei, sagt Olaf Eichler (45) stellvertretend und erzählt von freien Delfinen in den Everglades. Frigga Tinz (46) aus Gladbeck unterschreibt ebenfalls. Brigitte (48) und Klaus-Dieter (50) Marherr aus Duisburg gefällt schon das dortige Delfinarium nicht. "Wir finden es viel zu klein." Fast überall am Strand Zustimmung. Und in Glowe? Die Unternehmerin Birgitt Bandelin mag sich äußern, andere winken ab: ""Ich bin ganz klar für das Delfinarium, weil die Saison zu kurz ist. Nicht nur nach Vogelgrippe und zwei Baustellen vor meinen Geschäften denke ich, bringt uns das die Saisonverlängerung. Um die Bettenvermarktung muss sich der Investor ja selbst kümmern. Doch für die Freizeitbeschäftigung außerhalb des Strandes wäre es ein Gewinn." Hier gehe es doch um Arbeitsplätze. Zur Zeit könne niemand eine Aussage machen, wie es in der nächsten Saison aussehe. "Ich sehe keinen Grund, dagegen zu sein."

© ostSeh 2006 / ANDREAS KÜSTERMANN

Foto: Urlaubsrangerin Melanie Schröder von der AVR Göhren befragt zwei Urlauberinnen am Glower Strand zum geplanten Glower Delfinarium: "Wir haben fast nur Ablehnung erfahren", sagt sie. Foto: ostSeh

zurück

 

 

kontaktlinkempfehlungenimpressum/anbieterzurück zur Startseite