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Texte / Wirtschaft

Vom Fernseher bis zur Großleinwand und Kostümen: unterschiedliches WM Engagement Rügener Gastronomen

Rügen. (ostSeh –akn-) Einen Monat public viewing, also öffentliches Fußball schauen auch auf Rügen. Sellin bietet eine Großleinwand im Seepark an der Eisbahn, Sassnitzer Gastronomen in der Altstadt haben einen Flachbildschirm platziert. Auch die Binzer Kurverwaltung betrachtet das Angebot als Service im Haus des Gastes. Aber Deutschland, Deutschland inmitten des Hotels? Davor scheute sich der IFA-Ferienkomplex in seinem Vitarium nicht. Thematisch passend: die Plaza-Bar mit breiter Getränkepalette und extra kalkulierten Bierpreisen.

"Unser Publikum ist eher gesetzt. Da haben wir keine Sorge vor Randale oder Lärm", ist F&B-Manager Eike Sadewater als Ideengeber der (F)IFA WM 2006 voll überzeugt. Mit seinen alten Sportkontakten bestreitet er ein hochkarätiges und rundes Programm für die Deutschlandspiele. Ab Halbfinale auch zu jedem Termin. "Die Moderation durch Jörg Hinz vorher und in der Halbzeit bis nach dem Abpfiff sorgt für gediegene Stimmung. Gäste wie der ehemalige Hansa-Trainer Juri Schlünz werden dem Publikum hautnah im Gespräch präsentiert. Da bleibt alles im Griff", ist Sadewater sicher. Selbst fußballbegeistert, hatte er eine Karte fürs Eröffnungsspiel in München ergattert, lange bevor ihm die Idee kam. Was also tun? "Jörg Hinz und ich vereinbarten ein Telefonat und so hatten die Gäste und der Podiumsgast Christian Beeck die Großbildleinwand vor Augen und ich kommentierte aus dem Münchner Stadion live."

350 Gäste "bei einer Bombenstimmung" lautet die Schätzung, 250 bei der zweiten Veranstaltung zum Spiel gegen Polen. Fußballlegenden der früheren DDR-Ligen sorgen vor der Bühne für Identifikation. Wie Ex Nationalspieler Jürgen Croy. Er sspielte 1974 beim legendären Sparwasser- 1:0 gegen die BRD mit. Auch die DDR-Nationalspieler Frank Baum und Dieter Kühn sind für die weiteren Abende gewonnen worden. Den Überraschungsgast der Finalspiele hält Sadewater jedoch noch geheim.

Im Service schaffen die Hotelfachleute Anne-Kathrin Schmidt und Marcel Böttcher Fußballfeeling. Sie tragen eine Phantasie-Sportbekleidung mit Shorts, Basecap und Leibchen zum Bedienen. Nicht ganz unumstritten. Nicht alle im Haus hätten das getragen, war hinter vorgehaltener Hand zu hören.
"Als Ergebnis gleich des ersten Abends haben wir eine zweite Leinwand mit Beamer aufgestellt, damit die Zuschauer mehr sehen", war Sadewaters Zwischenbilanz. "Bei so einer torreichen Partie konnte in Sachen Stimmung ja nichts schief gehen." Juri Schlünz tippte 3:1 gegen Polen, das Publikum kann ebenfalls Tippzettel bis zum Anpfiff abgeben und gewinnt am Ende sogar eine Kleinigkeit. "Reich werden wir damit nicht", sagt IFA-Direktorin Ute Pfütze. Aber für die Gäste und Binzer ist es ein exklusives Angebot. So oft haben wir Weltmeisterschaft ja nicht im Land."

Auch in Sellin hat die Kurverwaltung für die Großbildleinwand gesorgt. Thomas Pawlak vom Seedorfer "Binnen und Buten" bewirtet. "Wenn Deutschland spielt, ist das Zelt voll, doch am Nachmittag auch manchmal gähnend leer", sagt der Wirt, der die Aktion als Zusatzgeschäft mitnimmt. Seine Gattin betreibt derweil das Restaurant weiter. Geöffnet hat er von elf bis Ultimo und bisher, so schätzt er, 600 bis 700 Gäste bewirtet. "Nun hängt es davon ab, wie weit die Deutschen kommen," sind sich alle Veranstalter einig.

© ostSeh 2006 / ANDREAS KÜSTERMANN
Bildmaterial einer Veranstaltung ist vorhanden....

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