ostSeh kommunikation |
![]() |
|
andreas küstermann |
foto-journalist & autor |
Texte / Wirtschaftbitte öffnen Sie die einzelnen Texte per Klick auf die Überschriften
Abenteuer auf Inselkreuzfahrt
Sassnitz. (ostSeh) Es galt und gilt noch als Geheimtipp. Doch die Zahlen sprechen für sich. "128 Passagiere kann die Fähre "Vilnius" zusätzlich zu Waggons und Lkw nach Litauen transportieren. Rund 5800 Passagiere haben das in diesem Jahr bereits ausgenutzt. Immer dabei auch eine erkleckliche Anzahl von Fahrrädern." Eine kleine Sensation. Hafenchef Harm Sievers steht im Salon der Fähre und begrüßt mit dieser beeindruckenden Nachricht eine illustre Schar von Gästen auf dem RoRo-Schiff. "Ursprünglich hatten wir mal mit 1700 Passagieren gerechnet." Neben politischen Repräsentanten wie Bürgermeister Dieter Holtz, Landrätin Kerstin Kassner und Kreistagspräsidentin Giesela Lemke interessierten sich vor allem Touristiker und Hotelvertreter für das Angebot, das Marketing-Manager Arvydas Skuodas von DFDS Lisco unterbreitet. "Sie haben mit uns die Möglichkeit, eine Kurzkreuzfahrt in ein anderes Land zu machen und bei guten Anschlusszeiten hier wie dort weiter zu kommen." Immer gegen 10 Uhr jeweils erreiche die Fähre ihr Ziel, sodass sowohl Programm als auch Zuganschlüsse im Kurztripp gut eingetaktet werden könnten. Manche erinnerten sich: "Die "Vilnius", heute Teil von insgesamt fünf Schiffen der Lisco-Flotte, wurde 1987 für die dauerhafte Transportverbindung für Fracht zwischen Sassnitz und Klaipeda gebaut. Mit ihrer Länge von 190,93 Meter und 22341 BRZ läuft sie 16 Knoten. Zwar differieren die Angaben zur Anzahl der Passagierplätze, aber rund 130 stimmt sicher. "Wir sind stolz, vom Pullmannsitz bis zur Luxuskabine alles anbieten zu können", sagt Skuodas bei Vorstellung des Programms Island Cruising, zu Deutsch Inselkreuzfahrt, bei dem in 18 Stunden bequem, notfalls auch in schnellen 16 Stunden Litauen und bei Erfolg auch Russland als Zwischenstopp erreicht werden kann. Dabei horchen die Vertreter größerer Hotels schon auf. Immerhin ein attraktives Angebot für Arrangements. Skuodas sieht jedoch weitere Aspekte: "Die Menschen bei uns sind viel und weit gereist. Doch nun geht der Trend zu Kurzreisen oder Wochenendaktivitäten. Dafür fehlen in Litauen aber noch die Angebote wie Spaßbäder oder Freizeitparks. Was ich bei ihnen erkundet habe, ist für uns sehr interessant." Das Hinterland bis Berlin sei dabei nicht ganz unerheblich, ergänzt Sievers und man ist sich einig, dass langfristig der Abfahrtsort nicht zwingend der Zielort der Rückfahrt sein müsse. Tourismus in Litauen zeigt sich gut aufgestellt. Nicht erst seit gestern. Das dokumentieren mehrsprachige Karten der Stadt Klaipeda und Umgebung in bestem Deutsch und Englisch an Bord des Schiffes. "Erfahrungen mit nahezu immer fast 20 Radtouristen an Bord konnten wir diese Saison auch schon sammeln", sagt Skuodas und Kapitän Albert Asosov an seiner Seite bestätigt das. Umgangsprache an Bord: Englisch. Die Karten weisen auch auf die Radfahrer als Zielgruppe hin. Detailliert zeigen sie Fahrradwege und Regeln auf. Der Kurztripp nach Klaipeda - eine interessante Alternative. Und dank ISPS-Sicherheit liegt das Zimmer mit Fahrrad am Abend wunderbar gesichert an Bord. Beim Sassnitzer Reiseführer Klaus Dieter Anduleit jedenfalls kommt die Botschaft an. Das anschließende "come together" im Restaurant nutzt er für Fragen nach Rahmenbedingungen. "Ausprobieren würde ich das gerne. In Form eines eigenen Angebotes zwischen Rügen und Klaipeda." © ostSeh 2006 / ANDREAS KÜSTERMANN Info: Die Abfahrt jeweils Dienstag, Donnerstag und Sonnabend ist um 16 Uhr in Sassnitz. Mittwoch, Freitag und Sonntag in Klaipeda. Das Check-in schließt eine Stunde vor Abfahrt.
Birdwatching nach britischem Vorbild.
Von ANDREAS KÜSTERMANN Breege. (ostSeh) Kranichfahrten ab Breege im Rügener Revier bietet ab der Kranichzeit die Reederei Kipp. "Wir wollen den Anflug in hiesigen Revieren beispielsweise zum Spyker See den Urlaubern vom Jasmunder Bodden aus zeigen. Mit kleinen Anfahrten nahe der Schlafreviere dieser majestätischen Vögel", sagt Kapitän Frank Strohmeier. "Mit Beginn des Sonnenuntergangs fliegen die Kraniche im September oder früher", weiß Naturfotograf Rico Nestmann, der mindestens fünf der Fahrten auf dem Retro-Nachbau Wappen von Breege im September und Oktober begleiten wird. "Sollte mehr Nachfrage sein, fahren wir auch schon früher raus oder außerhalb unserer Pläne für Gruppen," ergänzt Strohmeier. Während der Kranichzeit greifen zunehmend touristische Unternehmen auf der Insel das im angelsächsischen Raum als "Bird-Watching" schon tausende Menschen anziehende Vögel beobachten. Da gibt es die traditionellen Touren nach Tankow auf Ummanz, wo von einer überdachten Beobachtungsstation und mit Anfütterung auf dem davor liegenden Acker den Gästen relativ nahe die majestätischen Kraniche (Grus Grus) vor Augen geführt werden. Die Stralsunder Reederei Weiße Flotte setzt im September und Oktober ebenfalls auf Fahrten zum Glücksvogel GrusGrus. Sie legen wechselweise und an die zunehmende Dämmerung angepasst zwischen 16:30 Uhr und 16.00 Uhr in Zingst, Schaprode oder Stralsund mit einem Schiff bis zu 300 Plätzen ab. "Immer gut gebucht", gibt bei der Weißen Flotte Steffi Schuhmacher Auskunft. Und dass Gäste auch ein Menü mit der Buchuhng bestellen könnten. Denn natürlich sind Fahrgastschiffe bewirtschaftet. Von Seedorf aus sticht der Kutter Seedüwel in See. Darauf waren im Sommer Gäste als Urlaubsranger unterwegs. Nun bietet AVR Ferienwohnungen in Göhren mit Vogelexperten Christian Zepf ganze Arrangements mit Hotel und Exkursionen rund um die Vögel. Zepf übrigens kann auch von andernorts erzählen. Für den Naturschutzbund Deutchland (NABU) beobachtet er häufig den Vogelzug auf Malta. "Wahrgenommen wird nur, wofür man den Blick geschärft hat", sagt Ideengeber und Geschäftsführer Georg Heissler, der seinen Urlaubern im UNESCO-Biospärenreservat Südost-Rügen aus besonderem Blickwinkel zeigen möchte. Zuerst also Vögel per Datenblatt erkennen lernen. Danach ist die Beringungsstation vom Verein Jordsand auf der Greifswalder Oie ebenso Ziel, wie die Naturschutzinsel Vilm oder Hiddensee. Heissler übrigens nimmt Spott gelassen. "Jeder Experte weiß, dass die Briten zu Tausenden ganz verrückt nach dieser Art Urlaub sind. Irgendjemand muss eben hier damit anfangen, statt ständig nur von Saisonverlängerung zu reden." www.ruegen-schifffahrt.de Info über die jeweiligen Websites wegen unterschiedlicher Zeiten. Größere Gruppen sollten sich anmelden. © ostSeh 2006 / küstermann
Der Strand trennt die Meinungen
Glowe (ostSeh) Sie kamen aus vielen Himmelsrichtungen nach Glowe. Wie Volker, ein Tierbefreier, der am Abend zuvor in Marburg losgefahren war. "Eigens für diese Aktion gegen das Delfinarium, richtig. Das hat einen hohen Stellenwert für mich", antwortet er auf erstauntes Nachfragen. Die Umweltverbände NABU und BUND, namentlich Marlies Preller und Hendrik Fulda ließen sich nochmals mit rund 15 anderen vor Ort briefen. Ebenso Grüne als auch zwei Urlaubsrangerinnen von Göhren: Melanie Schröder und Katharina Grund von den AVR Ferienanlagen. Sie exponierten sich, antwortet Katharina auf Nachfragen, weil "...unser Projekt so ausgelegt ist, dass Touristen für die Natur sensibilisert werden. Eine Kombination aus Tourismus und Natur. Das Delfinarium geht diesem Konzept so sehr entgegen, das sich unser Tourismusunternehmen für die Branche positionieren will." Wissenschaftler Karsten Brensing, von der Meeressäugerorganisation WDCS, brieft die Teilnehmer: "Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 60 Millionen Euro und dem Versprechen von 280 Arbeitsplätzen bewirbt sich die Gruppe. Delfinunterstützte Therapie lautet das Zauberwort. Was mit Pferden ebenso wenn nicht besser ginge. Ein Appartementhaus, ein Robbinarium und Serviceeinrichtungen ergäben für diesen Abschnitt Investitionen von 16 Millionen Euro. Teil dessen ein Amphitheater mit 1500 Sitzplätzen für Tages- und Abendveranstaltungen... Wem das zu viel ist, schickt die Leute zu mir." Henrik Fulda bekommt gleich die Unterschrift von einem gebürtigen Glower, heute Münchner. "Die sollen was Typisches machen, Meinetwegen ein frühzeitliches Dorf, das in die Gegend passt", sagt Kay Eissner (41) und damit genau die Altergruppe für DelphiMar. Einige Berliner Schönheiten zu Katharina: "Wir haben Glowe wegen der idyllischen Lage im Internet ausgesucht. Mit Delfinarium wäre das doch vorbei, sagt Olaf Eichler (45) stellvertretend und erzählt von freien Delfinen in den Everglades. Frigga Tinz (46) aus Gladbeck unterschreibt ebenfalls. Brigitte (48) und Klaus-Dieter (50) Marherr aus Duisburg gefällt schon das dortige Delfinarium nicht. "Wir finden es viel zu klein." Fast überall am Strand Zustimmung. Und in Glowe? Die Unternehmerin Birgitt Bandelin mag sich äußern, andere winken ab: ""Ich bin ganz klar für das Delfinarium, weil die Saison zu kurz ist. Nicht nur nach Vogelgrippe und zwei Baustellen vor meinen Geschäften denke ich, bringt uns das die Saisonverlängerung. Um die Bettenvermarktung muss sich der Investor ja selbst kümmern. Doch für die Freizeitbeschäftigung außerhalb des Strandes wäre es ein Gewinn." Hier gehe es doch um Arbeitsplätze. Zur Zeit könne niemand eine Aussage machen, wie es in der nächsten Saison aussehe. "Ich sehe keinen Grund, dagegen zu sein." © ostSeh 2006 / ANDREAS KÜSTERMANN Foto: Urlaubsrangerin Melanie Schröder von der AVR Göhren befragt zwei Urlauberinnen am Glower Strand zum geplanten Glower Delfinarium: "Wir haben fast nur Ablehnung erfahren", sagt sie. Foto: ostSeh
Give me Five
AKTUELL im BILD: Mit ihrem Schritt bewahrten sie das Restaurant des "Haus am Meer" von Pensionseigentümerin Doryn Buss am Lohmer Hafen vor der Schließung und betreiben es nun in eigener Regie. Eine echte Win-Win-Situation für das Haus in der dritten Saison, dessen Gäste und auch die beiden Gastronomen, die lange nach einer solchen Gelegenheit gesucht hatten. Nun haben sie auf bekanntem Terrain zugegriffen. Alle vier Wochen wollen sie die kleine, jedoch anspruchsvolle Karte wechseln, die ebenso heimische wie französische oder italienische Produkte aufweist. Dazu jeweils zehn Rot- und Weißweine. Das Bier wird künftig aus Sachsen kommen, weil der lokale Getränkehändler mit seinem Angebot schneller war, als die loale Brauerei, sagt Raatz. "Wenn der Dorsch im Sommer aus kälteren altlantischen Gewässern besser ist, muss ich ihn nicht aus der Ostsee kaufen", will Raatz auch sonst nach Qualität entscheiden. "Gut kalkulierte Qualität soll der Maßstab unserer Küche sein", sind sich beide einig, die ohne Angestellte als Paar mit Unterstützung eines Binzer Finanzdienstleisters eine GdbR gegründet haben. "Anders hätten wir das binnen drei Wochen nicht geschafft", sagt Manja Olm glücklich. (c) Andreas Küstermann / ostSeh 05.05.2006
Erlebte Landschaften
Erlebte Landschaften nennt Koch und Ambiance-Hoteldirektor Stefan von Heine sein Konzept, wenn er mit Gästen über die Insel Rügen zieht und mit regionalen Zutaten Kochschule im Restaurant Caspars am Königsstuhl veranstaltet. Hier ging es um das Königsgemüse Spargel am Königsstuhl. Fotos: Küstermann/ostSeh ostSeh KüSTERMANN am 22.05.2006 |
|
|||