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Reportagen / Berichte

Tierkadaver treten jeden Tag auf
Vogelkundler rätseln über Verbreitung durch Singschwäne

Gingst/Bergen/Rügen. (ostSeh) Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU), der am Sonnabend auch Rügen besucht, äußerte sich im ZDF am Vormittag des Freitags kritisch über die Vorgehensweisen der Behörden auf Rügen. Seehofer wie Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Backhaus (SPD) kritisierten, dass der Landkreis seinen Aufgaben nicht gewachsen sei. Landrätin Kerstin Kassner (Linkspartei.PDS) wies das in der morgendlichen Pressekonferenz des Krisenstabes des Landkreises Rügen empört zurück.

Dietrich Raschke ist Gemeindevertreter in dem kleinen Ort Vieregge nahe des ersten Seuchengebietes der Wittower Fähre. Von seinem Haus aus beobachtete er am Montag noch vor den bestätigten Virusmeldungen der Vogelgrippe einen jungen Schwan beim Verenden. „Da hob er noch den Kopf, war aber schon apathisch", so Raschke. Weil er im Gemeindeparlament sitzt, bat ihn sein Nachbar Volker Gotthardt, doch bei den Behörden Bescheid zu geben. Gotthardt hält rund 20 Hühner nur wenige Meter entfernt und hielt sich an die Anweisung, auffällige Tiere nicht anzufassen. Raschkes Anrufe beim zuständigen Ordnungsamt des Amtes Südwestrügen in Samtens brachten jedoch keine Reaktion. „Lassen sie ihn doch in Ruhe sterben", habe ihm der zuständige Sachbearbeiter (Name der Redaktion bekannt) als Auskunft gegeben. Am Dienstag habe er in Samtens nachgehakt. Keine Reaktion. „Als ich den Bericht am Abend ím Fernsehen sah, rief ich direkt um 23 Uhr noch im Veterinäramt des Landkreises an. Da war tatsächlich jemand und die interessierte das auch", so Raschke. Geschehen sei wieder nichts. Abgeholt sei das Tier jedoch erst am Donnerstag vormittag worden, gab Raschke an.

Petra Koch als leitende Verwaltungsbeamtin der regionalen Behörde erklärte auf Nachfrage, am Montag sei noch kein Personal dafür vorhanden gewesen. "Am Dienstag hatten wir dann zwei Leute, die an der Wittower Fähre eingesetzt wurden, wo die meisten Tiere lagen. Jetzt sind es 27 Einsatzkräfte, meist von der Feuerwehr, weil es nun höher angebunden ist", so Koch. Den Plan für Donnerstag, einen Helikopter einzusetzen, war wegen des Nebels ebenso wie am Fraitag misslungen.

Im Laufe des Freitag Vormittags, jedoch lange nach der von Til Backhaus gesetzten Frist von zehn Uhr am Vormittag, arbeiteten wieder Fahrzeuge des Bauhofes und der Feuerwehr Stralsund vor Ort an der Wittower Fähre. Mit einem Eisschlitten der Feuerwehr wurden die weiterhin zahlreich verendenden Tiere in Ufernähe geborgen und von den Helfern in Schutzkleidung abtransportiert. Rund 80 Tiere liegen derzeit auf der Insel Riems zur virologischen Untersuchung vor.

Vor Ort herrscht zunehmendes medieninteresse. Zahlreiche Fernsehteams aus Deutschland übertragen life vor Ort. "Solche Bilder gehen um die Welt", so Seehofer. "das müssen wir vermeiden, weil sie auch wirtschaftspolitische Bedeutung haben", betonte Seehofer bei der mittäglichen Pressekonferenz. Er habe kein Verständnis dafür, dass diese Plätze bis jetzt frei zugänglich sind.
Ein Verbindungsoffizier der Bundeswehr soll bei weiteren logistischen Problemen helfen, beispielsweise mit Schutzanzügen.

(c) 2006 andreas küstermann

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