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fast AktuellesMeine Empfehlung: ruegenferien.blogspot.com 30 Trabant im KonvoiBergen. "Er ist chic, Kult, die Leute drehen sich nach einem um!" So beschreibt Sylvia Tschöpe aus Bergen ihre Motivation, einen Trabant zu fahren. "Und so ein Auto hat nicht jeder", sagt sie und lümmelt sich auf die Motorhaube. Das darf nicht jeder bei den 30 Trabant aller Bauarten, die am 1. Mai zum Trabbi-Treffen nach Rügen gekommen sind. Die glänzen und protzen mit allerlei Extras vor sich hin und kaum einer zeigt noch Originalfarbe wie das legendäre Himmelblau. Nur ein 601-er blieb am Ortsrand von Bergen liegen. Motorschaden. "Wir fahren in der Kolonne nach Göhren und dann bis Prora, wo wir Mittag machen", erzählt Organisatorin Silke Burwitz. Sie zeigt sich begeistert, da es das Treffen bisher auf maximal 25 Fahrzeuge gebracht hat. Immer dabei der vermutlich älteste Trabant von "Oberst a. D.". Ein 1967-er Kübel, dessen Fahrer 68 Lenze zählt. "Ich habe 15 Stück stehen und der Älteste ist von 1962" erzählt "Oberst a. D. stolz und klappt sein Vedeck auf. An der Frontscheibe liegt ein Patronengurt. Einen Kombi habe er noch angemeldet und fahre sonst Golf GTI. "Trabant lässt einen nicht mehr los, vor allem, wenn alles in einem Club stattfindet." Es sei zwar einfach ein Hobby, doch 400 bis 6000 Euro gäbe es heute für einen NVA-Kübel schon, sieht er auch den Preis steigen. Am 7. Oktober lädt er selbst ein. Auf den Darß zum Saisonabschluss. Hardy Dankemeyer hat auch etwas rares. "Es ist ein Kombi 1/1 mit einem Viertaktmotor", erzählter von seinem nachwendischen, grauen und aufgemotzen Fahrzeug Baujahr 1991. 4000 Mark hatte er damals gebraucht dafür bezahlt und ihn dann wieder instand gesetzt, weil die Beifahrerseite schon durchgerostet war. "Der Tacho sagt 150, das Navi 135", taxiert Hardy die Geschwindigkeit. Und warum? "Es ist mein erstes, selbst gekauftes Auto." Das im Alltag die Garage hütet. "Das lasse ich in Berlin doch nicht auf der Straße stehen!" Annika Neidhard und Thomas Kaiser kommen im 601 Kübel aus Bergen und finden sich eben auch am Parkplatz ein. Ihr Auto von 1976 empfinden sie einfach als Kult. "Was geht, habe ich selbst gemacht. Die Persenning zum abdecken kommt von einem Spezialversand aus Thüringen." Und im Alltag? "Einen BMW.." Dann ist es zehn Uhr. Silke Burwitz erläutert nochmals bei strahlendem Sonnenschein die Route und die Stopps. Am Abend wollen sich alle, die Lust auf das lange, gemeinsame Wochenende haben, in Frankental bei heiko Schulz treffen. "Der hat uns einfach privat den Platz zur Verfügung gestellt", freut sie sich voller Dank. Womit die Geschichte fast zu ende sein könnte, wäre da nicht der Leipziger BMW an der Tankstelle, mit einem klassischen, himmelblauen Trabant auf dem Autoanhänger. Steffen Krolisch ist in Leipzig und Schweden Mitglied von Trabant-Clubs. "Ich habe diesen an einen Schweden verkauft und bringe ihn heute eben mal an die Fähre. Dann machen wir eine Einweisung und das gute Stück geht aufs Schiff." Kurz wollen sie die Trabants dann noch im Stadthafen begrüßen. Am Abend muss er wieder in Leipzig sein. "Natürlich kann man heute damit handeln. Aber ich halte die auf dem Trefen genannten Preise eher für Wunschdenken. Meine ging für 1400 Euro weg. www.trabant.se © 2009 ostSeh / ANDREAS KÜSTERMANN INFO Die neue Karosserie des Trabant 601 im Jahr 1963 war die letzte erfolgreiche Neuentwicklung der Sachsenring-Entwicklungsabteilung. In den 1970ern und 1980ern wurde der Trabant nahezu unverändert gebaut. Nach dem Willen von Sachsenring wäre die Entwicklung des Trabant allerdings nahtlos fortgeführt worden. Bereits im Sommer 1962, gleich nach der Fertigstellung des P601, begann die Entwicklung des Typs P602. Neben einem verbesserten Fahrwerk sollte der Wagen mit einem auf 28 PS gesteigerten Motor ausgestattet werden. Die Entwicklung des 28-PS-Zweitakters schlug jedoch fehl. Gleichzeitig wurde von Sachsenring gefordert, Teile für AWE zu produzieren, um deren Anlauf des neuen Wartburg sicherzustellen. Das verbliebene Potential bei Sachsenring war zu schwach, und so wurde die Entwicklung 1964 eingestellt. Am 30. Dezember 1966 wurde ein neuer Typ in Auftrag gegeben – der P603. Der Wagen erhielt eine Schrägheck-Karosserie, ähnlich der des ersten VW Golf. Erst 1984 deutete sich ein Fortschritt an: Die IFA hatte von Volkswagen die Lizenz zum Bau des VW-Polo-Motors erworben, welcher ab 1988 in den Barkas-Werken in Serie gefertigt wurde. KÜMA ostSeh KüSTERMANN am 03.05.2009 << zurück
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